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Zwei Neue im Kleinen Odenwald

Zwei Neue im Kleinen OdenwaldNeunkirchen | Für die zwei Neuen betrat man Neuland - Feuerwehren im Kleinen Odenwald erhalten neues Tanklöschfahrzeug und Löschgruppenfahrzeug – Erstmals interkommunal beschafft.

Gleich zwei neue Fahrzeuge nahmen die Feuerwehren des Verwaltungsverbandes „Kleiner Odenwald“ (Neunkirchen, Schwarzach und Aglasterhausen) am Samstag, 27.10., in Empfang. Entsprechend groß waren Freude und Stolz, zumal Aglasterhausens Bürgermeister Erich Dambach, zugleich Vorsitzender des Verwaltungsverbandes, auf eine echte Premiere verwies: Es sei das erste Mal, dass die Beschaffung von Fahrzeugen für die Feuerwehren „interkommunal“ umgesetzt werden konnte.

Die steigende Zahl der Feuerwehreinsätze, sinkende Mitgliederzahlen bei den freiwilligen Wehren sowie knappe finanzielle Mittel bei den öffentlichen Haushalten machten es notwendig, so Dambach weiter, über eine Neustrukturierung des Feuerwehrwesens nachzudenken. Auch im Hinblick auf das Gefahrenpotentiale wie Senioren- und Pflegeheime, Industriebetriebe, mehrstöckige Wohnbebauung, Einkaufszentren oder die „Johannes-Diakonie“ mit rund 800 Bewohnern vor Ort.

Zunächst wurde eine Drehleiter so stationiert, dass im Notfall die vorgegebenen Hilfsfristen von 10 Minuten innerhalb des Verwaltungsgebiets im „Kleinen Odenwald“ gewährleistet werden können. Aus einsatztaktischer Sicht musste dieser ein Großtanklöschfahrzeug folgen. Und so konnte nun ein Fahrzeug des Typs „TLF20/40SL“ übergeben werden.

Das Tanklöschfahrzeug wurde nach enormem Verwaltungsaufwand – die Gesamtkosten von 294.000 € lagen deutlich über der Wertgrenze von 229.000 € - über eine europaweite Ausschreibung angeschafft. Besonderer Dank ging in diesem Zusammenhang an Kreisbrandmeister Rainer Dietz sowie an die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltungen Neunkirchen, Ralf Lenz, und Aglasterhausen, Friedbert Steck.

Auch Landrat Dr. Achim Brötel schloss sich den Dankesworten an seinen Kreisbrandmeister an. Mit der von ihm entwickelten kreisweiten Fahrzeugkonzeption sei man sogar Vorreiter und gutes Beispiel in Baden-Württemberg und könne jetzt auf einer Kreisfläche von 1.126 qkm flächendeckend Hilfe bereitstellen. Und diese nicht nur für diejenigen, die Hilfe benötigten, sondern vor allem auch für die 3.200 Frauen und Männer, die rund um Uhr und Jahr ihre Freizeit für die Sicherheit der Mitmenschen bereitstellen.

Das nun Neunkirchen übergebene Tanklöschfahrzeug TLF20/40SL sei eins von bisher zwei im Neckar-Odenwald-Kreis stationierten Fahrzeugen dieser Größe. Im Hinblick auf einsatztaktische Gesichtspunkte soll es nun zusammen mit der Drehleiter auch landkreisübergreifend eingesetzt werden. Finanziert wurde es aus Mitteln vom Land (119.290 Euro), dem Zuschuss des Landkreises (28.584 Euro) und der Förderung des Gemeindeausgleichstocks (92.998 Euro) sowie aus Eigenmitteln des Verwaltungsverbands (52.910 Euro).

Der Zweite am Samstag übergebene Neuwagen, ein Löschgruppenfahrzeug Katastrophenschutz „LF-KatS“ - ein kleines technisches Wunderwerk für den Kleinen Odenwald - wurde vom Bund zur Verfügung gestellt. Auch hierfür galt Rainer Dietz, der es mit „Hartnäckigkeit und Penetranz“ (Landrat Dr. Brötel) und großem Verhandlungsgeschick möglich machte, gleich zwei solcher Fahrzeuge in den Kreis zu holen, ein besonderer Dank.

Für Bürgermeister Wolfgang Schirk sei dies die Geschichte einer „wunderbaren Sache in der Feuerwehrwirklichkeit“. Anerkennung sprach er allen an der Beschaffung der Fahrzeuge Beteiligten und den Mannschaften der acht Abteilungswehren aus, die erst durch ihre Bereitschaft zum kameradschaftlichen Miteinander die Neukonzeption der Feuerwehr mit dem notwendigen Leben füllten. Besonderer Dank galt hier der Neunkirchner Feuerwehr, die in Zukunft den zusätzlichen Einsatz im Bereich Katastrophenschutz übernimmt.

Feierlich in Empfang genommen wurden die neuen Schmuckstücke der Verwaltungsgemeinschaft sowie der Feuerwehr Neunkirchen von den Mannschaften der einzelnen Wehren (auch die Partnerfeuerwehr aus Mittelherwigsdorf war dabei), den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden sowie zahlreichen Vertretern des öffentlichen Lebens. Auch Bundestagsabgeordneter Alois Gerig und Landtagsabgeordneter Georg Nelius freuten sich, ihre Glückwünsche und Anerkennung überbringen zu können.

Nach der eingehenden Vorstellung der Fahrzeuge durch den Gesamtkommandanten Erich Bierweiler und deren Segnung durch die Pfarrer Goerke und Löffler, musikalisch ansprechend umrahmt durch die Feuerwehrkapelle Aglasterhausen, feierte man die beiden kostbaren „Neuzugänge“ noch gemeinsam in der Richard Wagner Halle in Neunkirchen.

 

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