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Ungewöhnliche Fahrzeugbeschaffung in Schloßau

Fahrzeugweihe in SchloßauSchloßau | "Löschen - Retten - Bergen - Schützen." Dieser Slogan der Feuerwehr zeigt bereits deutlich das breite Aufgabenspektrum der Feuerwehr. Und zwar gleichermaßen für die Berufs- wie für die Freiwillige Feuerwehr.

Dennoch dürfte es mehr als ungewöhnlich und umso beachtlicher sein, wenn das Verantwortungsbewusstsein einer Abteilungswehr sogar so weit geht, dass sie sich - auf eigene Kappe und weitgehend aus der eigenen "Kameradschaftskasse" finanziert - ein neues Fahrzeug beschafft und es in hundertprozentiger Eigenleistung bestückt. So geschehen und am Pfingstsonntag feierlich in Betrieb genommen in Schloßau. Entsprechend positiv fielen die Äußerungen der Grußwortredner aus. Stolz beglückwünschte Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger die Mudauer Bürger, weil der neue Schloßauer GW-T (Gerätewagen Transport) zwar nicht Bestandteil des Feuerwehrkonzepts, aber dennoch wichtig und notwendig für die Wehr in Schloßau und Waldauerbach sei.

Ortsvorsteher Herbert Münkel brachte seine ungeteilte Hochachtung vor der Leistung der örtlichen Floriansjünger zum Ausdruck und Gesamtkommandant Gerd Mayer erläuterte noch einmal das Feuerwehrkonzept aus dem Jahr 2003, das er aber mit den Einsätzen aus jüngster Vergangenheit ergänzte, die die Notwendigkeit zusätzlicher Anschaffungen mehr als rechtfertigten. Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr bestätigte die Aussage seines Vorredners, dass der neue GW-T die Schlagkraft der Abteilung Schloßau/Waldauerbach nachhaltig stärke und sich die Bürger wohl und geborgen fühlen können. "Das Fahrzeug ist eine Investition in die Sicherheit der Bürger Mudaus. Nicht nur für heute, sondern auch für die Zukunft." Damit sich die Wehrleute auch im Rahmen ihrer Einsätze sicher beschützt fühlen können, weihte Pfarrer Stanislaus Zylinski, gesanglich unterstützt durch Katrin Fleischmann, den neuen GW-T, dessen "Werdegang" von Abteilungskommandant Hilmar Schüßler nach der obligatorischen Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Dr. Rippberger beleuchtet wurde.

Demnach kam der Fahrzeugrohling nach zweijähriger Finanzierungs- und Planungsphase im Oktober nach Schloßau, wo er in "sensationeller Eigenleistung - oft bis in die Nachtstunden" vom Nutzfahrzeug mit Planenaufbau in ein Feuerwehrfahrzeug der neuesten Technik umgerüstet wurde. Schüßler dankte seiner unermüdlichen Mannschaft, die in nahezu professioneller Manier von der Signalanlage bis hin zu Regal- und Befestigungssystemen alles selbst montiert hatte. Das Fahrzeug ist nun ausgerüstet mit vier Atemschutzgeräten, Funkgeräten, persönlicher Schutzausrüstung, Absperr- und Sicherungsmaterialien, Werkzeug und Hebekissensatz als Wechsellader sowie dank des spendablen norwegischen Ex-Schloßauers Norbert Ziegeler mit Rettungsrucksack, Schleifkorbtrage und Spineboard. Dass man sich für den Kauf eines Neuwagens entscheiden konnte, sei der großzügigen Förderung durch die Joachim- und Susanne-Schulz-Stiftung in Höhe von 40 Prozent der Kosten zu verdanken gewesen. Zehn Prozent habe die Gemeinde Mudau übernommen und 50 Prozent die Kameradschaftskasse der Abteilungswehr Schloßau/Waldauerbach.

Beim Ausbau sei man dankbar für Spenden von der Firma Messwärme Limbach, die den Eigenmittelanteil kräftig unterstützt habe. Wenn das Fahrzeug für die Ausbildung der Jugendfeuerwehr genutzt wird, was ausschlaggebend für die großzügige Förderung durch die JSS-Stiftung war, kann es durch den Tragkraftspritzenanhänger ergänzt werden. Der offizielle Teil des Feuerwehrfests mit überaus erfreulichem Anlass war geprägt von Dankbarkeit in viele Richtungen und wurde in gelungener Weise musikalisch umrahmt von den Schloßauer Musikanten unter Leitung von Uwe Prokisch.

Vorführung "norwegische Rettung"

„Das war absolut professionell und perfekt“, so Eckhard Schwäch von der Opel-Werkfeuerwehr als einer der es wissen muss nach der Schauübung „Rettung auf norwegische Art“ im Rahmen der Feierlichkeiten zur Fahrzeugweihe in Schloßau. Dieses dicke Lob galt den Freiwilligen Feuerwehren von Schloßau/Waldauerbach und Kirchzell, die in kooperativem Zusammenspiel mit zwei Kollegen von der Opel-Werkfeuerwehr in Rüsselsheim und dem Ausbildungsleiter der Berufsfeuerwehr Stuttgart demonstrierten, was sie bei einer Schulung auf Initiative ihres ehemaligen Mitbürgers und jetzt in Norwegen beheimateten Norbert Ziegeler gelernt haben.

Norbert Ziegeler gehört in Norwegen den Flightnurses an und weiß daher wie wichtig schnelle Bergung Schwerstverletzter ist. Wie Brandinspektor Patrick Förgg von der Werkfeuerwehr der Adam Opel AG als Moderator der Übung erläuterte, war die Entwicklung der schnellen Bergung – durchschnittlich 7 Minuten - gerade für das großflächige Norwegen besonders wichtig. Denn hier benötigen die Rettungskräfte aufgrund der Entfernungen mehr Zeit bis zum Unfallort als in Deutschland, außerdem ist die Feuerwehr nicht so dicht vertreten. Bei dem in Schloßau angenommenen Unfall war es zu einer heftigen Kollision zwischen einem Fahrzeug und der großen Egge eines noch größeren Traktors gekommen.

Zwei Personen waren im vorderen Bereich des Fahrzeugs eingeklemmt. Zwei Sanitäter in Schutzkleidung waren zuerst vor Ort, verschafften sich über den hinteren Bereich des Wagens Zutritt, um die Verletzten zum einen im Fahrzeug so gut wie möglich zu stabilisieren und mit Folie vor Glassplittern zu schützen und mit im Fahrzeug zu bleiben. Daraufhin wurde der Unfallwagen mit einem Feuerwehrfahrzeug auf die Straße bzw. einen gut zugänglichen freien Platz gezogen. Von beiden Seiten wurden Spezialketten zu Feuerwehrfahrzeugen angebracht und daraufhin mit hydraulischen Scheren die sogenannt Fahrraumschutzzone zerstört, worauf beide Feuerwehrfahrzeuge ihre Seilwinden aktivierten und so den Fahrgastraum regelrecht „aufklappten“. Die Bergung der Verletzten war nun ein Leichtes.

Die ganze Aktion von der Alarmierung bis zum Abtransport der „Verletzten“ dauerte knapp zehn Minuten, die Bergung selbst lag sogar unter dem Durchschnitt und wurde mit großem Beifall der unzähligen Beobachter – unter anderem von zahlreichen interessierten Feuerwehrleuten der Region – belohnt.

Spielenachmittag der Jugendfeuerwehren am Samstag

Als Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger im Team mit Ortsvorsteher Herbert Münkel, Abteilungskommandant Hilmar Schüßler und seinem Stellvertreter Markus Peiß mit dem obligatorischen Fassanstich die Feierlichkeiten zur Fahrzeugweihe eröffneten, hatte die pfiffige Feuerwehrjugend bereits über drei Stunden ihres „kleinen Dreiländerwettstreit“ hinter sich.

45 Jugendliche aus Baden, Bayern und Hessen hatten aufgeteilt in neun Mannschaften an neun Stationen mit feuerwehrtechnischen Übungen und mittels eines Fragebogens ihr Können unter Beweis gestellt und wurden mit Urkunden und Pokalen belohnt. Bürgermeister Dr. Rippberger hob zur Prämierung die hervorragenden Leistungen des Feuerwehrnachwuchses hervor.

Den größten Pokal konnte sich mit 830 Punkten Langenelz sichern, relativ dicht gefolgt von Kirchzell 2 auf dem 2. Platz mit 810 Punkten. Mit 700 Punkten erkämpfte sich Scheidental den 3. Platz und auf Platz 4 folgte mit 690 Punkten Steinbach 1, auf dem 5. Donebach/Mörschenhardt (670). Platz 6 war mit den Punkt gleichen Mannschaften Steinbach 2 und Kirchzell 1 (je 660) doppelt belegt, Hesseneck belegte mit 620 Punkten Platz 8 und Amorbach mit 590 Punkten Platz 9.

Bericht & Bild: Liane Merkle

 

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