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11-02-19 | Brand in Höpfigen

Höpfingen. Nach einer heftigen Explosion in der Nacht auf Sonntag ist das "Mühlhölzle" in Höpfingen abbruchreif und einsturzgefährdet. Bei dem Unglück sprengte es eine Gaube, die Giebelseite in Richtung Hardheim und einen Teil des Dachstuhls weg.

Ein 50-jähriger Bewohner konnte sich schwer verletzt noch selbst aus dem Gebäude retten, bevor er notärztlich versorgt und in eine Spezialklinik nach Ludwigshafen gebracht wurde. Er war nach Auskunft der Polizei alleine im Haus und ist seit gestern außer Lebensgefahr. Die unter der Wohnung liegende Gaststätte ist geschlossen.

Das Unglück ereignete sich am Samstag gegen 22.20 Uhr. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Höpfingen und Hardheim - Letztere mit ihrer Drehleiter und einem Tanklöschfahrzeug - unter der Leitung der jeweiligen Kommandanten (Elmar Farrenkopf und Martin Kaiser) sowie die Schnelleinsatzgruppe aus Höpfingen, Notarzt, Polizei, mehrere Rettungswagen und zahlreiche Helfer des DRK.

Feuerwehr und DRK waren enorm schnell an der Ziegelei. Und das trotz Sportlerball in Höpfingen und Prunksitzung in Hardheim.

Gasofen explodierte

Ursache für das Unglück war nach derzeitiger Beurteilung der Sachlage ein explodierender Katalytofen. Sachverständige der Kriminalpolizei haben die Ermittlungen aufgenommen. Am Gebäude entstand hoher Sachschaden - nach ersten Schätzungen in Höhe von über 200 000 Euro. Das Haus wurde total zerstört.

Die B 27 musste mehrere Stunden lang komplett gesperrt werden. Die Fahrbahn im Bereich des "Mühlhölzle" war infolge der Wucht der Explosion und der anschließenden Löscharbeiten übersät mit zertrümmerten Ziegelsteinen und Gebäudeteilen.

Später nach den Aufräumarbeiten wurde der Verkehr halbseitig an der Unglücksstelle vorbeigeleitet. Nach reiflichen Überlegungen sah man in der Nacht von dem zunächst in Erwägung gezogenen sofortigen Abbruch der einsturzgefährdeten Gebäudeteile ab.

Das Szenario erinnerte an die erst kürzlich in Gerichtstetten von Pro 7-Experimentleiter Michael Rupalla gedrehten Filmaufnahmen für die Sendung "Galileo" mit Spezialeffekten von einer Gasexplosion. Was dort mühevoll nachgestellt worden war, spielte sich hier live und noch viel dramatischer und drastischer ab, als man es sich nach der Wissenschaftssendung hatte vorstellen können. Außerdem handelte es sich in Gerichtstetten um ein sowieso für den Abbruch vorgesehenes Haus.

Lauter Knall

In Höpfingen war am Samstagnacht plötzlich ein sehr lauter Knall zu hören. Zunächst habe man gar nicht lokalisieren können, woher dieser kommt, schilderten Anwohner im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten.

Bürgermeister Ehrenfried Scheuermann war während der Lösch- und Sicherungsarbeiten als aufmerksamer Beobachter ebenso vor Ort wie der stellvertretende Kreisbrandmeister Helge Krämer und Joachim Mai von der Straßenmeisterei Buchen.

Ein Vertreter des Badenwerkes bemühte sich derweil darum, dass der Strom abgeschaltet wird. "Wir sind heilfroh, dass sich das Unglück nicht eine Woche später ereignete", so Scheuermann gegenüber den FN. Denn dann wäre möglicherweise die Durchführung des Fastnachtsumzuges anlässlich des 33. Fränkischen Narrentreffens beeinträchtigt oder gar gefährdet gewesen. So war es für die Feuerwehr im Grunde ungewollt schon eine Vorübung auf die bevorstehende Großveranstaltung am kommenden Wochenende: Auch dort müssen die Feuerwehren die B 27 absperren und den Verkehr großräumig umleiten.

Gestern, am Tag nach dem Unglück, bot sich den zahlreichen Schaulustigen ein Bild der Zerstörung. Die Wucht der Explosion war bei Tageslicht anhand der Schäden und der Verschiebungen von Zimmerdecken, Wänden und tragenden Elementen des Gebäudes erst so richtig deutlich zu erkennen.

Text: Fränkische Nachrichten | 21. Februar 2011
Bilder: Feuerwehr Hardheim

 

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